Anekdoten

Ordensgründer Norbert von Xanten

Norbert von Xanten (ca. 1082-1134)
Norbert von Xanten wurde vermutlich 1082 in Xanten geboren. Beim Kölner Erzbischof genoss er als Subdiakon das ausschweifende, weltliche Leben des Hofes. Erst ein lebensbedrohlicher Blitzschlag soll einen Sinneswandel bei ihm ausgelöst haben. Er ging in das Benediktinerkloster Siegburg und wurde dort zum Diakon und Priester geweiht. Norbert von Xanten verkaufte seinen gesamten Besitz und gelangte als Wanderprediger nach Frankreich. Er galt auch als Wundertäter, der Kranke zu heilen vermochte.
1120 siedelte er sich mit seinen Schülern in Prémontré an und begründete den Orden der Prämonstratenser. Als Erzbischof von Magdeburg verstarb Norbert von Xanten 1134. Von Papst Gregor XIII. wurde er 1582 für sein Lebenswerk heilig gesprochen.

Schutzurkunde Papst Innozenz' III. von 1211

Rom im Lateran, 13. Februar 1211
Im Februar 1211 unterstellte Papst Innozenz III. Kloster Schussenried seinem Schutz und bestätigt dessen Rechte und Freiheiten.

„Papst Innozenz III. nimmt den Probst Burkhard und die Konventualen des Praemonstratenserklosters Schussenried, das Kloster selber und alle Güter, die sie gegenwärtig besitzen oder in Zukunft erwerben können, in des Hl. Petrus und seinen Schutz und bestätigt ihnen besonders die Güter von Schussenried (Soreth) … ebenso die althergebrachten Freiheiten und Gewohnheiten des Klosters“.
(Zusammenfassung der lateinischen Urkunde des Papstes nach K. Diemer)

Gräfin Augusta von Sternberg-Manderscheid

Säkularisation Schussenrieds
Gräfin Augusta von Sternberg-Manderscheid wurde 1803 durch die Säkularisation zur neuen Eigentümerin des Klosters. Laurentius Loewe, ein späterer Pfarrer Schussenrieds, berichtet dazu in der Pfarrchronik:

„1803 im Monat Mai ist unser Kloster Schussenried aufgehoben und dem Grafen von Sternberg übergeben worden. Darnach ist die Geistlichkeit auseinander gekommen; ein jeder Geistliche hat nach Belieben gehen und seine Pension verzehren können ... alle schrien nach Entschädigung. Dieses Werk fing aber so stürmisch an, dass die ganze Sache der Säkularisierung mehr einem Rauben als einer ersprießlichen Organisation ähnlich war. Die Folgen der Säkularisation waren in wenigen Jahren nicht mehr zu berechnen, und selbst diejenigen, welche in diesen rasierenden Perioden ihr Glück zu machen oder gar gemacht zu haben glaubten, fühlten sich betrogen.“
(Pfarrchronik Loewe, Kath. Pfarramt Bad Schussenried)

Fliegender Chorherr Caspar Mohr

Caspar Mohr (1575-1625) „Der fliegende Pater“
Caspar Mohr, Doktor der Theologie und Universalgenie in den technischen und freien Künsten, war Prior des Klosters Bad Schussenried. Pater Mohr ging ungern seinen Verwaltungsaufgaben nach. Lieber widmete sich der Gelehrte aerodynamischen und mechanischen Studien. Er fertigte Skizzen und Entwürfe von seinen zahlreichen Erfindungen an und wollte mit einem selbst gebauten Fluggerät aus federnbesetzten Schwingen einen Flugversuch vom drei Stockwerke hohen Dormitorium in den Konventsgarten unternehmen.

„Er wollte sich auch erheben supra naturum vel proprietatem Loco indem er ihme selbsten flügell präpariert von gänßfedern, mit Treibschnieren zueßamen gebunden, zue dem fliegen; hat in gehaimb die sach so weit gebracht, dass er sich schon von dem boden hat könen über sich schwingen, auch sich allberaith undterstehen wollen, von dem oberen schlaffhauß des alten gebews, so abgebrochen worden, in den Conventsgarten herab zue schwingen, so ihm aber per obedientiam widerlegt, undt die flügell gantz undt gar abgeschafft worden.“ (Notizen des Abts Mathäus Rohrer)

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook