St. Magnus

Magnuskirche

Wer sich dem ehemaligen Kloster Schussenried aus einiger Entfernung nähert, wird zunächst auf ihren 55 hohen Turm mit Zwiebelhaube aufmerksam. Der Grundriss geht auf eine spätromanische Pfeilerbasilika mit drei Schiffen zurück. Im Inneren verbinden sich drei Bauepochen der Kirche miteinander: Spätromanik, Spätgotik und Spätbarock. Der spätromanische Altarraum wurde durch einen nach Osten verlängerten Mönchschor im gotischen Stil ersetzt. Die spätbarocken Deckenfresken im Langhaus (1745/46) des Münchener Hofmalers Johannes Zick schildern anschaulich das bewegte Leben des Ordensgründers Norbert von Xanten.
Die Ausstattung der Kirche entstammt hauptsächlich der Zeit des Barock. Den ornamentalen und figürlichen Schmuck schuf der Bildhauer Georg Anton Machein. Das bedeutende Chorgestühl (1715-1717) der Kirche zählt zu dem Hauptwerk Macheins und seiner Werkstatt. Zweireihig angeordnet veranschaulicht das aus einer Überfülle von architektonischen, ornamentalen und plastischen Motiven bestehende Gestühl die Weltordnung aus theologischer Sicht.

Das Apokalyptische Lamm: Mittelpunkt der elliptischen Flachkuppel des Bibliothekssaals

Bibliothekssaal

Der elegante Rokoko-Bibliothekssaal im nördlich gelegenen Konventsneubau zählt mit seinem Konzept zu den bedeutendsten Klosterbibliothekssälen nördlich der Alpen. Der zweigeschossige, in Weiß und Gold gehaltene Raum mit umlaufender Galerie besitzt ein imposantes Bildprogramm. Mittelpunkt des Deckenfreskos von Franz Georg Hermann bildet das auf dem Buch der Sieben Siegel stehende apokalyptische Heilige Lamm, das die göttliche Weisheit symbolisiert. Das Fresko zeigt nicht nur anschaulich das Wirken göttlicher Weisheit, es führt auch das Selbstverständnis der Reichsabtei Schussenried vor. Statuengruppen aus Alabasterstuck von Fidelis Sporer veranschaulichen dialektisch rechte Glaubenslehren und Häresien.

"Obere Sakristei": Teil des Klostermuseums

Klostermuseum

Das Klostermuseum ist im nördlichen spätmittelalterlichen Kreuzgang, dem ersten, 1486 errichteten, Bibliothekssaal des Klosters und in der Oberen Sakristei untergebracht. Es zeigt über 800 Jahre Klostergeschichte. Ein reicher Bestand an kunsthistorisch wertvollen Objekten wie Barockgemälden, Skulpturen, liturgischen Geräten, Reliquiaren, Paramenten, Messbüchern und Paramentenschränken machen die Geschichte der Ordensbrüder, die hier zwischen 1183 und 1803 wirkten, anschaulich.
Eine Hauptattraktion ist das hochbarocke Chorgestühl der Magnuskirche aus der Überlinger Werkstatt von Georg Anton Machein (1715 – 1717).

Weitere Informationen zu Bad Schussenried
 
 
Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook